UMARMUNG

Den Rücken zur Wand ist meine Front ganz wund gerieben, rot und grell von Schmerz, Trauer, Wut oder Entsetzen; alles ein Gefühl, alles kein Gefühl mehr. Nicht nur eine Geste, löst eine Umarmung das Unglück aus meiner Brust, verbindet mich mit Atemzügen. In meinem Rücken der weite Raum, in dem ich meine Flügel ausbreiten kann. … Weiterlesen UMARMUNG

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Das Herz bleibt ein Kind (Paul Klee)

Meine Mutter konnte die wunderbarsten Geschichten erfinden. Meist brauchte sie nur in ihre Tasche zu greifen und dann zog sie paar Dinge aus dem endlosen Sammelsurium, das sich darin befand, schloss die Augen und fing an zu erzählen. Es kam mir oft so vor, als beschriebe sie die Bilder hinter ihren Lidern. Sie sagt, das … Weiterlesen Das Herz bleibt ein Kind (Paul Klee)

Roh

Wenn ich endlich die Zeit von mir abgeschüttelt habe und nicht mehr ständig auf die Uhr sehen muss, dann weiß ich nicht mehr genau wer ich bin. Mein Essen verwundet meinen Teller und meine Sprache verselbständigt sich, um mir zu zeigen, wozu ich fähig bin, wenn ich mich schreiben lasse, wenn ich mich gehen lasse, … Weiterlesen Roh

Und nu? – Truhe zu!

Was ist in der Truhe? Ein Mensch ist in der Truhe. Warum stöhnt er dort in der Truhe? Er ist an Händen und Füßen mit harten Seilen gebunden, sein Kopf, seine Schultern, sein Rücken, seine Knie und seine Füße stoßen gegen das raue Holz. Wenn er sich bewegt, reißt er sich Splitter in seine Haut. … Weiterlesen Und nu? – Truhe zu!

Seelenflecken

Sauberkeitscollage - Das Foto ist schon etwas älter und wurde von Lara Wilde im Rahmen einer Serie von Aktbildern zu Gemälden gemacht, für die Fotos habe ich Modell gestanden. Das Original zu dem Foto ist Egon Schieles "Kniendes Mädchen, auf die Ellenbogen gestützt". Die Nacharbeitung ist ein ebenfalls etwas älteres Aquarell von mir "Findling und … Weiterlesen Seelenflecken

Ideenqualen

Essen war nicht so nass wie ich befürchtet hatte, obwohl ich vielleicht die plötzlichen Ideengewitter mitzählen müsste, die mich immer heftiger überfielen, je länger mein letzter richtiger Arbeitstag zurücklag. Davon meine Zimmer in ein Bergwerk umzugestalten: Dunkel wirds dann und doch voller Licht, Kunstlicht nämlich. Seltsame Lampenformen und vor allem Plexiglas, aus Ecken pulsierende LED-Lichtquellen … Weiterlesen Ideenqualen

Abschied

... weil ich mich davor fürchtete, von dir geliebt zu werden als die, die ich bin. [...]... [.] ... weil ich mich davor fürchtete, dass du nicht die liebst, die ich geworden war. ... weil du die nicht lieben konntest, die ich einmal sein würde. Sagte ich euch nicht: Ich bin nicht, ich werde? Heute … Weiterlesen Abschied

Frau Frühling

In meinem Bett ist es noch kalt. Wenn ich mich zwischen den Schichten aus Daunen vergrabe, ertasten meine Zehen Kühle. Doch neulich bin ich nachts erwacht, denn Frau Frühling hatte sich in mein Zimmer geschlichen und hatte mich auf die Stirn geküsst. Der Mond hing noch über der Birke, doch gerade war eine Amsel aus … Weiterlesen Frau Frühling

The pearl – ich habe nichts gesagt

Etwa im Oktober habe ich durch die Zufälle, die das Internet einem so vor die Füße schwemmt, Erzlindes Blog gefunden. Da mich die dortigen Texte sehr an meinen zweiten Freund erinnerten, der sich umgebracht hat, als ich siebzehn war, war nicht nur etwas in mir berührt, es bedeutete auch, dass ich mich auf eine ganz … Weiterlesen The pearl – ich habe nichts gesagt

Seidenraupenraumanzug

Eine liebe Freundin von mir schenkte mir einige Seidenraupenkokons bevor sie sich für einige Zeit nach Neuseeland aufmachte. Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, wo sie noch in meiner Tasche liegen. Ich trage 10 kleine weiße Särge mit Mumien darinnen mit mir. Sie sind ganz leicht, doch ich traue mich nicht, sie aus ihrem Plastikbehältnis zu … Weiterlesen Seidenraupenraumanzug