Nachtsinn

Ich habe meine Lippen blutig gebissen, als du mit deinen Worten an meinen Fesseln zogst. Dein Gesicht war der Mond in den Kissen. Oder war es das Lächeln des Haifischs? Und ich verteidigte sheherazade-gleich meine Ehre mit Worten, dabei hattest du schon deine cleveren Finger in meinem Mund.

Schwedt

Später Hopfen auf einem Brombeerbusch und ich kann die Farbe nicht ergründen, in der die Blätter des Erlenbaums am Ufer in der Dämmerung leuchten. Die Amsel sucht die Fischgründe ab, im Moder am Wasserrand zuckt mancher saftige Brochen in ihrem gelben Schnabel. Ich verlassen deinen Kreis, Räuber in Schwarz, wenn der Spiegel dunkel geworden ist … Weiterlesen Schwedt

Biester

Ich bin unverbesserlich, ich lasse mich nicht einschüchtern von deinem wütenden Gebell von deinen Herausforderungen und deinen Drohungen. Denn ich kann an dir den riechen, der durch das Meer geschwommen ist: nasses Fell und heiseres Gewinsel. Ich streichle dich, auch wenn du mich beißt, weil ich weiß, dass dir das mehr weh tut, als wenn … Weiterlesen Biester

Heimweh

Wo in aller Welt haben wir die Teile von uns liegen lassen, die uns mal wichtig waren? Haben wir sie zwischen Pflasterritzen verloren? Haben wir sie des Nachts auf verlassenen Kreuzwegen aus unserer Brust gerissen? Oder haben wir sie im dunklen Wald vergraben? Wenn du die Antwort darauf findest, weißt du, dass es Heimweh ist, … Weiterlesen Heimweh

Rainer Maria Rilke – Der Wahnsinn

Das Gedicht wurde mir vor ein paar Wochen gezeigt und ich hab es auf Anhieb geliebt. Besonders die dritte Strophe hat mich sehr berührt, weil ich gerade nur zu schmerzhaft zu verstehen beginne, was Abhängigkeit eigentlich bedeutet. Was lag also näher, als dazu eine Illustration zu machen? Ich bin komischerweise erst heute auf das Konzept … Weiterlesen Rainer Maria Rilke – Der Wahnsinn

Sommerblumen

Die heimliche Stille  unter den Kastanien von Regentropfen entdeckt, der Duft der Erde zwischen den Gräsern hervor gelockt, ein Lied, das selbst die Wolken übertönt, die die verschränkten Finger ein paar Sonnenstrahlen ergeben, Schätze, die nur auf den Blättern der Kastanie glitzern Seit meiner Schulzeit hatte ich nicht mehr so viel Lust mit Ausziehtusche zu … Weiterlesen Sommerblumen

Ungesagtes

Macht intensives Arbeiten eigentlich zwingend einsam? Mir kommt es manchmal so vor. Diese kleine Aquarellskizze samt Gedicht entstand Freitag abend, nachdem ich meine Verabredung abgesagt hatte und mich den Rest des Abends in der Illustration einer Kurzgeschichte vergrub. Currently playing: Audrey - The fierce and the longing, Joseph Arthur and the lonely astronauts - Let's … Weiterlesen Ungesagtes

Lied der Baustelle

Für die wundervolle Leo: Wenn ich mich nähere, auf dem Sägewege einen Schritt vor den andren lege, trifft mich dein harter Beat (Beat-Beat-Pause-Repeat) wie einhundert Hammerschläge. Bin ich zu stumpf? Zu stumm? Zu dumm? Für die Empfindung deiner Drums? Begleitet von dem Piep (Piep - PiepPiep - PiepPiep) einer Rückwärtsfahrerlastermelodie pumpt der Presslufthammer träge sein … Weiterlesen Lied der Baustelle