Abschied

... weil ich mich davor fürchtete, von dir geliebt zu werden als die, die ich bin. [...]... [.] ... weil ich mich davor fürchtete, dass du nicht die liebst, die ich geworden war. ... weil du die nicht lieben konntest, die ich einmal sein würde. Sagte ich euch nicht: Ich bin nicht, ich werde? Heute … Weiterlesen Abschied

Ein Fenster

Die Zeichnung gehört zu einem Traum, den ich kürzlich hatte: Ich floh in Gummistiefeln vor meinem Vater durch eben jenes Fenster auf dem Bild, weil ich eine unwichtige E-Mail entwendet hatte. In den Gartenanlagen blühten die Blumen trotz Schnee. Unsere Katze Spunck stellte bedrohlich das Fell auf. Ich finde jedoch, dass das Bild auch zu … Weiterlesen Ein Fenster

Frau Frühling

In meinem Bett ist es noch kalt. Wenn ich mich zwischen den Schichten aus Daunen vergrabe, ertasten meine Zehen Kühle. Doch neulich bin ich nachts erwacht, denn Frau Frühling hatte sich in mein Zimmer geschlichen und hatte mich auf die Stirn geküsst. Der Mond hing noch über der Birke, doch gerade war eine Amsel aus … Weiterlesen Frau Frühling

Gedichte-Woche und Souvenirs

Letztes Wochenende (18.-21.11) um diese Zeit war ich unterwegs von Essen nach München. Das Wochenende beinhaltete drei hammerharte Zugfahrten (Berlin-Essen, Essen-München, München-Berlin) und trotzdem fühlte ich mich hinterher entspannt wie selten. Eigentlich wurde mir erst an meinem Arbeitsplatz bewusst, wieviel Entfaltung ich plötzlich wieder einfalten, zurückstopfen und verstecken musste. Die Texte dieser Woche sind Skizzen, … Weiterlesen Gedichte-Woche und Souvenirs

Spiele

Die Menschen saßen einander gegenüber. Wir waren wir und die Anderen waren die Anderen - wir spielten ein Spiel, bis die Affen ernst machten. Sie schlugen mit Hölzern auf den Boden und der Rhythmus machte aus dem Spiel einen Krieg, bei dem wir ständig die Seiten wechselten, denn es war egal, auf welcher Seite man … Weiterlesen Spiele

Nachtsinn

Ich habe meine Lippen blutig gebissen, als du mit deinen Worten an meinen Fesseln zogst. Dein Gesicht war der Mond in den Kissen. Oder war es das Lächeln des Haifischs? Und ich verteidigte sheherazade-gleich meine Ehre mit Worten, dabei hattest du schon deine cleveren Finger in meinem Mund.

Schwedt

Später Hopfen auf einem Brombeerbusch und ich kann die Farbe nicht ergründen, in der die Blätter des Erlenbaums am Ufer in der Dämmerung leuchten. Die Amsel sucht die Fischgründe ab, im Moder am Wasserrand zuckt mancher saftige Brochen in ihrem gelben Schnabel. Ich verlassen deinen Kreis, Räuber in Schwarz, wenn der Spiegel dunkel geworden ist … Weiterlesen Schwedt

Biester

Ich bin unverbesserlich, ich lasse mich nicht einschüchtern von deinem wütenden Gebell von deinen Herausforderungen und deinen Drohungen. Denn ich kann an dir den riechen, der durch das Meer geschwommen ist: nasses Fell und heiseres Gewinsel. Ich streichle dich, auch wenn du mich beißt, weil ich weiß, dass dir das mehr weh tut, als wenn … Weiterlesen Biester

Heimweh

Wo in aller Welt haben wir die Teile von uns liegen lassen, die uns mal wichtig waren? Haben wir sie zwischen Pflasterritzen verloren? Haben wir sie des Nachts auf verlassenen Kreuzwegen aus unserer Brust gerissen? Oder haben wir sie im dunklen Wald vergraben? Wenn du die Antwort darauf findest, weißt du, dass es Heimweh ist, … Weiterlesen Heimweh