Teesittich

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Die Idee für die Zeichnung entstammt einem Traum, den ich vor einer Weile hatte. Ich war mit einem Vater und einem seiner Freunde in einem seltsamen Haus, das ich sehr unbequem fand. Mein Vater war aufgeregt und sein Freund beruhigte ihn des Öfteren, der Grund der Aufregung war mir nicht klar. Ich selbst trank Tee aus einer meiner Lieblingsschalen. Auf dem Teetisch lag die Zeichnung eines Wellensittichs, der dem Naturalismus entgegen das Gefieder einer Taube hatte. Ich verschüttete Tee und die Zeichnung wurde nass, der Sittich erwachte daraufhin zum Leben, dort wo der Tee ihn benetzt hatte. Um ihn zum Fliegen zu bringen, nahm ich einen kleinen Löffel und flößte ihm damit mehr Tee ein.

Die Zeichnung selbst ist ein 15x8cm großes Aquarell mit Tusche.

Verlustmeldung

sookieDu, der du letzte Nacht mein Rad gestohlen hast, Mensch ohne Herz, sollst wissen, dass ich sehr viel länger heute morgen darüber geweint habe, dass meine Sookie weg ist, als du gebraucht hast, um das Schloss zu knacken und sie mir wegzunehmen. Ich hoffe, dass du sie wenigstens gut behandelst.

[Zwischen 21 Uhr am 27.07.2016 und 05:20 Uhr am 28.07.2016 wurde ein orangenes 26er Damenrad mit ledernem Sattel und Lenker, genannt Sookie, vor dem Kissingenstadion in Pankow gestohlen.]

Voller Sorge – die Besitzerin

Sommerblumen

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Die heimliche Stille  unter den Kastanien von Regentropfen entdeckt,
der Duft der Erde zwischen den Gräsern hervor gelockt,
ein Lied, das selbst die Wolken übertönt,
die die verschränkten Finger ein paar Sonnenstrahlen ergeben,
Schätze, die nur auf den Blättern der Kastanie glitzern

Seit meiner Schulzeit hatte ich nicht mehr so viel Lust mit Ausziehtusche zu arbeiten. Diesmal habe ich mir den Buchweizen und den Amarath auf meinem Balkon vorgenommen und hatte Spaß bis ein Sommerregen den Morgen in einen unirdischen Moment verwandelte und die Bäume mit mir zu reden schienen.

Traum von der goldenen Frau

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Ich hatte vor einer Weile den Traum, dass ich in einer Kirche war. Bei mir war eine Frau, sie war sehr schön, weise und weiblich und trug in der Hand eine Schüssel mit goldener Farbe. Sie bemalte mich mit der Farbe und sparte dabei nur die Brüste aus. Dann reichte sie mir die Farbe und sagte: Den Rest musst du allein machen.

Ich bin nicht ganz zufrieden mit der Ausführung, es erinnert mich zu sehr an Gauguin. Außerdem war das Handling der goldenen Tusche nicht so einfach, da die Kupfer/Zink-Teilchen im Flakon immer auf den Boden sinken und ich erst nach ein paar Versuchen rausfand, dass bloßes Schütteln nicht reicht, um sie zu lösen. Der Rest ist Aquarell und Ausziehtusche.

Geschenke

Die schönsten, die ich bekomme, sind immer diejenigen, die unerwartet kommen.

Dieses hier, bekam ich schon vor einer Weile, etwas ungewohnt, ausnahmsweise mal Modell zu sein als selbst abzubilden. Dankeschön an die großartige, feinfühlige, scharfäugige Lara für das Überspringen der Angst im Dunkeln und fürs Dahinterschauen.

Das erreichte mich heute morgen und ich nehme an, das Original kommt sobald die Post endlich so weit ist. Mein Dank gilt der bewundernswerten, liebenswerten und visionären Gabriel für ihren Glauben und die Unterstützung und dafür, dass was wir sehen nicht immer das ist, was es zu sein scheint.

Ungesagtes

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Macht intensives Arbeiten eigentlich zwingend einsam? Mir kommt es manchmal so vor. Diese kleine Aquarellskizze samt Gedicht entstand Freitag abend, nachdem ich meine Verabredung abgesagt hatte und mich den Rest des Abends in der Illustration einer Kurzgeschichte vergrub. Currently playing: Audrey – The fierce and the longing, Joseph Arthur and the lonely astronauts – Let’s just be, Trentemöller – The last resort

Zerbrechlich

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Gestern war es endlich so weit und ich konnte mein letztes Objekt aus der Handwerksrunde zum Thema „Töpfern“ endlich mit nach Hause nehmen. Weil ich Ton als haptische Erfahrung sehr mag, war in den letzten Terminen bei der Kursleiterin Dagma nicht mehr so sehr darauf aus, Gegenständliches zu formen, sondern wollte lieber Rumexperimentieren. Für dieses Stück habe ich sehr flache Tonplatten zwischen mehreren Lagen Zeitungspapier aufgerollt. Nachdem ich den Boden angebracht hatte, fing ich an, das Objekt zu drücken, zu glätten oder aufzurauhen und zu durchbohren oder an einigen Stellen Stücke abzureißen. Den Titel „Erschossene Vase“ hat einer der anderen Kursteilnehmer dem ca. 25 cm hohen Konstrukt, das sogar klingt, verpasst.

Mummeln

Letztes Wochenende war ich im Berliner Umland um Verwandte zu besuchen. Neuruppin liegt an einem See mit allem drum und dran: Libellen, Schilf, Enten, lauschigen Bootsanlegern, kleinen Fischen, die sich im sonnenbeschienenen Wasser tummeln, Seerosen, Weiden – Mummeln sind eine Art von Seerosen mit gelben Blüten, deren Fruchtstände ich gepflückt und nach Hause mitgenommen habe. Ich habe eine Umsetzung in klassischer, naturalistischer Farbgebung gemacht und eine zweite, mit Aquarell und Filzstift, um den eher ornamentalen Charakter des Fruchtstandes zu betonen.