Und nu? – Truhe zu!

Was ist in der Truhe?
Ein Mensch ist in der Truhe.
Warum stöhnt er dort in der Truhe?
Er ist an Händen und Füßen mit harten Seilen gebunden, sein Kopf, seine Schultern, sein Rücken, seine Knie und seine Füße stoßen gegen das raue Holz. Wenn er sich bewegt, reißt er sich Splitter in seine Haut. Die Seile scheuern bei jeder Bewegung und er schwitzt, weil nur wenig Luft durch die Ritzen dringt. Das Salz brennt ihm in seinen entzündeten Wunden. Seine Glieder sind verkrampft und sein eigenes Haar sticht ihn in seine verwundete Haut. Seine Kehle ist trocken und seine Augen haben schon lange vergessen, ob sie offen oder geschlossen sind, denn in der Truhe ist es ganz finster.
Wer hat ihn dort eingesperrt?

Ein Junge setzt eine Flöte an die Lippen und ein Mädchen klettert auf die Truhe. Es schlägt mit den nackten Füßen im Takt gegen das Holz und singt einen Kinderreim zu der Flötenmelodie des Jungen. Aus der Truhe schreit der Mensch in Agonie und Seelenpein.

Liegt ein Toter,
toter Mann in einer Truh‘.
Wir haben ihn nicht begraben,
drum gibt er keine Ruh‘.
Wer singt ihn in den Schlaf?
Sie, er oder du?
Toter Mann sei still
und mach die Augen zu.

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