Ideenqualen

Essen war nicht so nass wie ich befürchtet hatte, obwohl ich vielleicht die plötzlichen Ideengewitter mitzählen müsste, die mich immer heftiger überfielen, je länger mein letzter richtiger Arbeitstag zurücklag.

Davon meine Zimmer in ein Bergwerk umzugestalten: Dunkel wirds dann und doch voller Licht, Kunstlicht nämlich. Seltsame Lampenformen und vor allem Plexiglas, aus Ecken pulsierende LED-Lichtquellen und Schatten erinnern an Unterwasserwelten nicht an unterirdische. Ich war selbst überrascht, wie sehr mich vor allem die Lichter im Red-Dot-Design-Museum faszinierten… Kommentare über Koreaner und Kühlschränke erspare ich mir jetzt.

Davon, dass jedes Kunstwerk nur der Ausgangspunkt neuer Kunst ist und in sich nie fertig: Es ist ein melancholischer Gedanke, dass dadurch nie etwas wirklich zu seiner endgültigen Form kommen kann. Ein Freund von mir machte mal eine Bemerkung über das Samplen von John-Lennon-Musikstücken; dass sie dadurch länger weiterleben. Wen oder  was möchte ich verewigen, wenn ich ein Kunstwerk als Ausgangspunkt betrachte? Ich bin noch nicht zum Ende meiner Gedanken gekommen, aber ich merke, dass ich mehr Medien vermischen will – besonders Fotografie und Malerei.

Darüber, was Kindheit eigentlich heißt: Ich fand in einem filmtheoretischen Essay von Bettina Henzler etwas darüber, dass der „Begriff“ Kindheit ein sozial geprägter Ausdruck ist. Er bezeichnet sowohl einen Zeitraum, als auch einen körperlichen Zustand. Nicht unbedingt eine theoretische Frage von Filmen ist die, was wir glauben an Kindlichkeit im Kind und späteren Erwachsenen erhalten zu müssen, wenn wir weder die Zeit zurückdrehen noch unser sensorisches Instrumentarium vergessen lassen können, was es je erfahren hat. Irgendwo in diesen Gedankenschleifen kam ich zu der Frage, ob Glaube uns der Kindlichkeit wieder ein Stück näherbringt, denn ein wichtiger Punkt in all diesen Theorien ist das Sichmitnehmenlassen von einer fremden Wirklichkeit und diese (zumindest für eine Zeit) als die Wahrheit anzunehmen.

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