Heimweg mit Beckmann

Die erste Version der Geschichte schrieb ich am 1 4.2.201 6. Ich war nach dem Kino-Besuch von Nico Sentners „Atomic Eden“ einfach zu fertig, um ich noch in irgendwelche Gesellschaft zu begeben und zu abgebrannt, um die U-Bahn zu nehmen, also ging ich vom „Babylon“ die sieben Kilometer nach Hause. Solche Nachtspaziergänge mache ich tatsächlich öfter.

Eine Woche davor war ich mit einer Freundin in der Max-Beckmann-Ausstellung in der Berlinischen Galerie was ebenfalls noch unverarbeitete Eindrücke hinterlassen hatte. Vor allem den, dass Beckmanns Bilder die Suche nach dem Künstler in ihm darstellten. Er war ohne Zweifel handwerklich talentiert, aber sein wichtigstes Bild „Der  Leiermann“ war für mich ein Anzeichen dafür, dass er sich unter den Künstlern seiner Zeit als jemand wahrnahm, der folgte und und nicht führte.

Was ist eine Geschichte, in der der Protagonist am Ende immer noch derselbe ist wie am Anfang? Nicht erzählenswert, wie Robert McKee sagen würde. Als ich meine Pole (das Gefühl von Heimatlosigkeit und die Heimkehr) gefunden hatte, kam mir die Idee, das Ganze noch mit Bildern zu illustrieren, da die Bilder das sind, was mich zum Schreiben bringt. Von daher bin ich sehr glücklich darüber, dass ich in den letzten Wochen des Februar 201 6 die Konzentration fand, die Serie fertig zu stellen, auch wenn es für mich teils schlaflose Nächte waren.

Die Sonaten-Hauptsatzform: Ich bin schon lange Musikerin und ich mag die Strukturen klassischer Musik, die etwas Verlässliches an sich haben. Diese Verlässlichkeit wollte ich für die Themen, die ich beim Schreiben anschnitt. Die erste Thematik „Stadt“ ist eigentlich sehr offensichtlich, etwas mehr Mühe machte es mir, in meinem eigenen Geschreibe das Thema „Mit-/Gegen- und Gegenübermenschen“ zu finden, das immer wieder variiert wird, weil es in einer Stadt wie Berlin nahezu unmöglich ist, ohne das Bewusstsein der ständigen Anwesenheit anderer Menschen zu leben.

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